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Literaturschiff

Reinhard Kaiser-Mühlecker „Enteignung“
Otto de Kat „Freetown
Christina Viragh „Eine dieser Nächte“

Reinhard Kaiser-Mühlecker ist spätestens seit seinem Roman „Fremde Seele, dunkler Wald“ (2016) die Entdeckung der österreichischen Literatur. Mit Virtuosität und sprachlich feinsten Nuancierungen entwirft er tiefgründige Roman-Tableaus aus der alpenländischen Provinz. In seinem neuesten Roman „Enteignung“ kehrt ein Journalist in den Ort seiner Kindheit zurück, an dem er nie heimisch war. Er schreibt für das kriselnde Lokalblatt, er beginnt eine Affäre und arbeitet auf dem Hof eines Mastbauern, dessen Land enteignet wurde. Die Menschen dort ziehen ihn hinein in die Kämpfe um ihr Leben, das ihnen weggenommen wird.

Otto de Kat ist Verleger, Romancier und Literaturkritiker in Amsterdam. Sein Roman „Freetown“ hat zwei Stimmen, die von Maria und die von Vincent. Sie hatten einst eine intensive Beziehung, die zehn Jahre zuvor abrupt endete. Jetzt sucht Maria verzweifelt Unterstützung bei ihm, denn Ishmael, ein Flüchtling aus Sierra Leone, der als Zeitungsjunge an ihre Tür kam und sechs Jahre lang wie ein eigener Sohn bei ihr lebte, ist verschwunden. Otto de Kats „Freetown“ ist ein berührender Roman über die Zerbrechlichkeit von Beziehungen und den Mut, einen Neuanfang zu wagen.

Christina Viragh, die in Rom lebende ungarisch-schweizerische Autorin, geht in ihrem neuen Roman „Eine dieser Nächte“ von einem Alptraum aus: Auf einem Langstreckenflug von Bangkok nach Zürich kommen die Schriftstellerin Emma und andere Passagiere ausgerechnet neben einem lauten, Whisky trinkenden Amerikaner zu sitzen, der sie mit seinen Stories vollquatscht. Stories aus seinem verpfuschten Leben. Und Bills Sitznachbarn realisieren mit der Zeit, dass die Geschichten mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun haben, als ihnen lieb ist. Ein fulminantes Epos zwischen Komik und Tragik, ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2019.

26/22 € (u. erm.)

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