Festivalrückblick 2026

„in Bewegung“
2. bis 25. Mai

Vom 2. bis 25. Mai 2026 stand die Bodenseeregion ganz im Zeichen des 38. Bodenseefestivals. Unter dem Motto „in Bewegung“ verwandelte das Festival die Vierländerregion erneut in einen lebendigen Kulturraum voller Begegnungen, neuer Perspektiven und künstlerischer Impulse. Mehr als 60 Veranstaltungen aus Musik, Theater, Tanz und Literatur luden das Publikum dazu ein, Bewegung in ihren unterschiedlichsten Facetten zu erleben – als körperliche Dynamik, gesellschaftlichen Wandel, künstlerischen Ausdruck und persönliche Erfahrung. Artist in Residence war der Cellist Nicolas Altstaedt, als Ensemble in Residence gastierte das Saxophonquartett Kebyart.

An zahlreichen Spielorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz begegneten sich internationale Spitzenkünstlerinnen und -künstler sowie regionale Kulturschaffende. Neben den Artists in Residence Nicolas Altstaedt und Kebyart begeisterten unter anderem das Freiburger Barockorchester, das New English Ballet Theatre, die Familie Flöz, das Vokalensemble amarcord, die Trombone Unit Hannover, Carlos Martínez, Ragnhild Hemsing & Trondheim Soloists, das Vorarlberger Landestheater sowie zahlreiche weitere Gäste das Publikum. Auch besondere Formate wie das Literaturschiff auf dem Bodensee machten das Festival zu einem vielseitigen kulturellen Erlebnis.

Ein bewegender Auftakt

Den feierlichen Auftakt bildete die Eröffnung im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Mit ihrer Festrede setzte Verena Bentele, zwölfmalige Paralympics-Siegerin, ehemalige Spitzensportlerin und engagierte Stimme für Inklusion, einen inspirierenden Akzent zum Festivalthema. Sie sprach über die Kraft von Bewegung – im Leben, im Denken und in der Gesellschaft – und eröffnete damit ein Festival, das sich dem Wandel und dem Aufbruch in vielfältiger Weise widmete.

Im anschließenden Eröffnungskonzert begeisterten Nicolas Altstaedt und das Freiburger Barockorchester mit einem ebenso virtuosen wie energiegeladenen Programm und setzten den musikalischen Maßstab für die folgenden Festivalwochen.

Nicolas Altstaedt als Artist in Residence

Mit Nicolas Altstaedt prägte einer der vielseitigsten Cellisten seiner Generation das Festivaljahr 2026. In insgesamt sieben Konzerten zeigte der deutsch-französische Musiker die ganze Bandbreite seines künstlerischen Schaffens – vom großen Orchesterkonzert über Kammermusik bis hin zum Solorezital.

Gemeinsam mit renommierten Partnern wie Barnabás Kelemen und Alexander Lonquich eröffnete er immer neue Perspektiven auf das Thema Bewegung. Sein Spiel verband technische Brillanz mit großer Ausdruckskraft und machte ihn zu einer der prägenden Persönlichkeiten des Festivals. Ob mit dem Freiburger Barockorchester, im Duo oder in kammermusikalischen Besetzungen – Altstaedt begeisterte Publikum und Kritik gleichermaßen.

Kebyart begeisterte als Ensemble in Residence

Ebenso eindrucksvoll gestaltete das spanische Saxophonquartett Kebyart seine Residenz beim Bodenseefestival. Mit acht Konzerten an verschiedenen Spielorten der Region begeisterten die vier Musiker mit stilistischer Offenheit, beeindruckender Virtuosität und ansteckender Spielfreude.

Ob in eigenen Programmen, in Kooperation mit dem ensemble cantissimo oder gemeinsam mit der Bodensee Philharmonie und dem Hochschulsinfonieorchester der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik bei den beiden großen „Watermusic“-Konzerten – Kebyart zeigte, wie vielseitig und überraschend die Klangwelt des Saxophons sein kann. Die Residenz schlug Brücken zwischen musikalischen Epochen, Kulturen und Genres und verkörperte das Festivalthema auf besonders lebendige Weise.

Bewegung als Erlebnis: Sonderformate und Mitmachangebote

Besonders sichtbar wurde das Motto „in Bewegung“ in den zahlreichen Sonderformaten des Festivals. Die beliebten Wanderkonzerte führten das Publikum auf musikalische Entdeckungsreisen durch die Natur- und Kulturlandschaften der Bodenseeregion. Bei den Veranstaltungen „Mit-Tanzen“ wurde Bewegung unmittelbar erlebbar: Musikerinnen und Musiker, Tänzerinnen und Tänzer sowie das Publikum gestalteten gemeinsam einen Abend voller Begegnung und Lebensfreude.

Ein besonderes Zeichen setzte bereits zu Beginn des Festivals das Medienkunstprojekt von Wolf Nkole Helzle. Über die gesamte Festivaldauer hinweg porträtierte der international renommierte Künstler Besucherinnen und Besucher. Die dabei entstandenen Fotografien machten das Festivalthema „in Bewegung“ auf eindrucksvolle Weise sichtbar und hielten die Menschen, Begegnungen und Stimmungen des Festivals fest. Ihren Höhepunkt fand die Arbeit in der eigens für das Bodenseefestival entwickelten Bild-Klang-Performance „e-Motion“, die Wolf Nkole Helzle gemeinsam mit dem Cellisten und Komponisten Friedemann Dähn zum Festivalabschluss präsentierte.

Produktionen wie „Into It“, das Yoga-Konzert „Fließende Töne“, oder das eindrucksvolle Orgel- und Lichtprojekt „in Bewegung“ zeigten darüber hinaus, wie vielfältig das Festivalthema interpretiert werden kann. Viele Veranstaltungen verließen bewusst den klassischen Konzertsaal und eröffneten neue Wege des kulturellen Erlebens.

Familienzauber im Park als stimmungsvoller Abschluss

Seinen traditionellen Abschluss fand das Bodenseefestival am Pfingstmontag in Salem. Beim „Familienzauber im Park“ verwandelte sich der Schlosspark in einen lebendigen Treffpunkt für Familien und Festivalgäste jeden Alters. Das Picknickkonzert mit Studierenden der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik, fantasievolle Walking Acts, Mitmachangebote für Kinder sowie sommerliches Wetter sorgten für einen stimmungsvollen Ausklang.

So endete ein Festival, das in den vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt hatte, wie Kunst Menschen bewegen, verbinden und über Grenzen hinweg zusammenbringen kann.

Zum Schmökern und für den Download finden Sie hier die Festivalbroschüre und den Programmflyer des 38. Bodenseefestivals 2026: