Die Artists in Residence spielen beim Bodenseefestival traditionell eine besondere Rolle: Sie prägen die künstlerische Identität des jeweiligen Festivaljahres, setzen thematische Impulse und schaffen Begegnungen zwischen Publikum, Künstler:innen, Region und Festivalthema. Sie sind mehr als reine Gäste – sie sind kreative Partner, Impulsgeber und Botschafter einer künstlerischen Idee, die sich über mehrere Wochen und zahlreiche Spielorte hinweg entfaltet.
Seit der Gründung des Bodenseefestivals 1989 hat sich die Rolle der Artists in Residence kontinuierlich weiterentwickelt. Waren es anfänglich vor allem Solist:innen und Ensembles klassischer Musik, die das Festivaljahr begleiteten, so umfasst die Residenz heute ein breites Spektrum an Künstlerpersönlichkeiten: internationale Stars, Spezialisten historischer Aufführungspraxis, Jazzmusiker:innen, interdisziplinäre Performer, innovative Ensembles oder vielversprechende Nachwuchstalente.
Die Residenzen sind damit ein entscheidender Baustein für das Profil des Festivals – sie ermöglichen Tiefe, Wiederholung, künstlerisches Wachstum und eine nachhaltige Verbindung mit dem Publikum. Für viele Besucher:innen sind die Artists in Residence mittlerweile ein unverzichtbarer Orientierungspunkt innerhalb des Festivalprogramms.
Ein Ausnahmemusiker zwischen Klassik, Moderne & historischer Aufführungspraxis
Für das Bodenseefestival 2026 wurde mit Nicolas Altstaedt eine Persönlichkeit ausgewählt, die wie kaum ein anderer das Festivalthema „in Bewegung“ verkörpert. Der deutsch-französische Cellist ist ein Künstler mit enormer stilistischer Spannweite: International gefeiert als Solist, anerkannt als Dirigent, neugierig in der zeitgenössischen Musik und leidenschaftlich in der historischen Aufführungspraxis.
Sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel beim Lucerne Festival gilt als künstlerischer Meilenstein und markierte den Beginn einer beeindruckenden internationalen Laufbahn. Seither gastiert Altstaedt bei führenden Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Budapest Festival Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem NHK Symphony Orchestra in Tokio.
Altstaedts Repertoire und musikalische Neugier machen ihn zum idealen Artist in Residence des Bodenseefestivals 2026. Er bewegt sich selbstverständlich zwischen Jahrhunderten, Stilen und Klangwelten:
Seine enge Verbindung zu neuen Kompositionen, Komponist:innen und modernen Spielweisen führt zu Programmen, die das Festivalpublikum immer wieder überraschen und inspirieren.
Während des Bodenseefestivals gestaltet Nicolas Altstaedt sieben Konzerte, die jeweils einen anderen Blick auf Bewegung erlauben:
Einige Programme entstehen eigens für die Region – beispielsweise durch besondere Kooperationen, durch die Wahl ungewöhnlicher Spielorte oder durch spartenübergreifende Präsentationen. So wird Altstaedt nicht nur als Solist, sondern als musikalischer Gestalter sichtbar, der das Festivalgeschehen aktiv formt.
Seine Erfahrung als künstlerischer Leiter des Lockenhaus Festivals sowie als künstlerischer Partner der Tapiola Sinfonietta fließt unmittelbar in seine Residenz am Bodensee ein. Man spürt seine Handschrift in Dramaturgie, Programmgestaltung und der Auswahl von Mitwirkenden.
Damit ist Altstaedt ein Artist in Residence, der nicht nur brillant spielt – sondern gestaltet, denkt, interpretiert und das Publikum aktiv mitnimmt.
Das 2026 am Bodenseefestival vertretene Ensemble in Residence Kebyart zählt zu den aufregendsten Ensembles der jungen europäischen Musikszene. Gegründet 2014, hat das Quartett in erstaunlich kurzer Zeit einen unverkennbaren Stil entwickelt: energiegeladen, präzise, virtuos und mit einer enormen stilistischen Bandbreite.
Kebyart überschreitet musikalische Grenzen – bewusst, konzentriert und mit großer Spielfreude. Diese Offenheit führte 2021/22 zur Auszeichnung als Rising Star der ECHO – European Concert Hall Organisation, einer der prestigeträchtigsten Ehrungen für junge europäische Ensembles.
Die Musiker von Kebyart sind:
Gemeinsam schaffen sie einen Ensembleklang, der in seiner Präzision und Kraft oft wie ein einziges Instrument wirkt – inspiriert vom balinesischen Gamelan Gong Kebyar, das auch für den Ensemblenamen Pate stand.
Zu ihren regelmäßigen Spielstätten gehören u. a.:
Sie sind zu Gast bei renommierten Festivals wie der Mozartwoche Salzburg, dem Heidelberger Frühling, Schubertíada, dem Rheingau Musik Festival oder den Dresdner Musikfestspielen.
Während des Bodenseefestivals 2026 gestaltet Kebyart acht verschiedene Konzerte, die das Saxophonquartett aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten:
Gerade im Kontext des Festivalthemas „in Bewegung“ wird die dynamische Bühnenpräsenz des Ensembles sichtbar – schnelle stilistische Wechsel, energetische Rhythmen und ein Ensembleklang, der sich ständig neu formt.
Die Artists und Ensembles in Residence sind nicht nur punktuell zu Gast – sie begleiten das Festival über mehrere Wochen hinweg. Das bedeutet:
Eine Residenz schafft Intensität. Das Publikum erlebt die Künstler:innen in unterschiedlichen Formaten – vom großen Orchesterkonzert bis zur Kammermusik, vom Gespräch bis zur experimentellen Performance.
Die Rolle der Artists in Residence geht weit über ihre Konzerte hinaus. Sie gestalten die Identität des Festivals in mehrerer Hinsicht:
Die Rolle der Artists in Residence geht weit über ihre Konzerte hinaus. Sie gestalten die Identität des Festivals in mehrerer Hinsicht:
Die Artists treten in unterschiedlichen Städten rund um den Bodensee auf – in Friedrichshafen, Konstanz, Ravensburg, Meersburg, Weingarten, Tettnang, Schloss Achberg, sowie in Spielorten in Vorarlberg und dem Kanton Thurgau.
Gespräche, Einführungen oder offene Formate schaffen Nähe, Dialog und Begegnung.
Die Artists interpretieren das Jahresmotto – 2026 „in Bewegung“ – aus ihrer eigenen künstlerischen Perspektive.
Durch Kooperationen und kreative Experimente entstehen Programme, die es ohne die Residenz nicht geben würde.
Das Bodenseefestival legt großen Wert darauf, dass die Residenzen sichtbar und erlebbar sind. Dazu gehören:
Künstler:innen, die ein Festivaljahr über mehrere Wochen prägen, mehrere Programme gestalten und thematische Impulse setzen.
2026 sind ein Artist in Residence (Nicolas Altstaedt) und ein Ensemble in Residence (Kebyart) eingeladen.
Sie schafft künstlerische Kontinuität, Tiefe und eine enge Verbindung zwischen Publikum, Region und Festivalthema. Gleichzeitig setzen wir ein Zeichen für Nachhaltigkeit: Durch den längeren Aufenthalt vor Ort entfallen häufige An- und Abreisen, was den ökologischen Fußabdruck der Künstler deutlich reduziert.
Ja. Die Residenzen sind an mehreren Spielorten der Bodenseeregion präsent.
Der Großteil des Programms ist bereits seit Dezember 2025 online. Wir aktualisieren den Kalender jedoch weiterhin laufend um zusätzliche Termine – regelmäßiges Reinschauen lohnt sich!
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