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Kammersolisten Minsk
Italien im Norden

Es lässt sich gut nachverfolgen, auf welchen Wegen sich die italienische Einflüsse im Norden Europas – in Deutschland und in den Niederlanden verbreiteten. Musikalische Ideen Südeuropas – von einem der frühesten Meistern des italienischen Barocks Carlo Farina (ca. 1600–1640) angefangen über Antonio Vivaldi (1678–1741) und Pietro Antonio Locatelli (1695–1764) befruchteten den Instumentalstil von Georg Philipp Telemann (1681–1767), dem wichtigsten Vertreter des „italienischen Stils“ in der deutschen Musik. Dank der unüberschätzbaren Rolle Amsterdams als Zentrum der Notenherstellung waren auch in der Niederlanden italienische Neuerungen sehr bekannt und beliebt. Dazu hat wahrscheinlich auch die persönliche Anwesenheit Locatellis beigetragen, der die letzten 35 Jahre seines Lebens in der niederländischen Hauptstadt verbrachte. Hier war die musikalische Landschaft recht international. Neben dem Italiener Locatelli wirkte hier u. a. Anton Willem Solnitz (1708–1752) deutsch böhmischer Abstammung.
Andrerseits reiste der gebürtige Genter Jean-Baptiste Loiellet nach London. Er änderte seinen Namen auf John Loiellet of London, um nicht mit seinem Cousin Jean-Baptiste Loiellet von Gent verwechselt zu werden. Eines blieb allen diesen Künstlern der verschiedenen Länder gemeinsam: Eine treue Verbundenheit zur italienischen Tradition.

Eintritt frei