Rückblick 2017

 Bodenseefestival 2017
„Variations on America“

Unter dem Motto „Variations on America“ fand das 29. Internationale Bodenseefestival vom 06. Mai bis zum 05. Juni 2017 statt und zeigte verschiedene Perspektiven auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit 80 Veranstaltungen an 19 verschiedenen Orten präsentierte das Festival ein hochrangiges und breitgefächertes Programm.

Im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen eröffneten der Amerikanische Generalkonsul James Herman, Regierungspräsident Klaus Tappeser sowie Bürgermeister Andreas Köster das Festival mit ihren Grußworten. Außerdem hielt Dr. Astrid Franke, Professorin für Amerikanistik an der Universität Tübingen, einen Festvortrag zu „Kultur, Politik und Armut: ,American Realities‘ in Deutschland“. Sie griff damit die Ausstellung des Fotografen Joakim Eskildsen auf, der die Auswirkungen der sozialen und finanziellen Krise und die damit verbundenen Schicksale mit seiner Kamera eingefangen hatte.

Dr. Astrid Franke hält den Festvortrag zur Fotoausstellung von Joakim Eskildsen „American Realities“ (Foto: Katja Bode)

Ausstellung „American Realities“ (Foto: Katja Bode)

Leonard Slatkin dirigiert das Orchestre National de Lyon

Eröffnungskonzert mit Cameron Carpenter (Foto: Katja Bode)

Artist in Residence des 29. Bodenseefestivals war der Ausnahmeorganist Cameron Carpenter. Er präsentierte seine International Touring Organ beim Eröffnungskonzert mit dem Orchestre National de Lyon im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Bei sechs fast durchwegs ausverkauften Konzerten in Friedrichshafen, Weingarten, Vaduz, Ravensburg und Konstanz begeisterte er das Publikum mit seinen schier grenzenlosen technischen Fertigkeiten und dem vielseitigen Einsatz des speziell für ihn konstruierten Instruments, der International Touring Organ. Bei einem Workshop mit 800 Kindern und Jugendlichen in Weingarten vermittelte er seine Musik einem jungen Publikum und gewann zahlreiche Fans.

Cameron Carpenter erklärt SchülerInnen die International Touring Organ (Foto: Katja Bode)

Cameron Carpenter spielt für SchülerInnen (Foto: Katja Bode)

Cameron Carpenter beim Workshop (Foto: Katja Bode)

Signierstunde mit Cameron Carpenter (Foto: Katja Bode)

Die US-amerikanische Saxophonistin, Sängerin und Komponistin Grace Kelly zeigte als Young Artist in Residence bei Konzerten in verschiedenen Formationen ihre musikalische Vielseitigkeit. Sowohl mit ihrer eigenen Band auf Schloss Achberg, als auch mit der Big Band New JazzPort Orchestra in Friedrichshafen, der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben in Tettnang und der Südwestdeutschen Philharmonie in Konstanz bestach die 25-jährige Künstlerin mit der Klangwelt ihrer Saxophone und ihrer brillanten Stimme. Im Konzerthaus in Ravensburg kam es zur musikalischen Begegnung des Orgel-Virtuosen Cameron Carpenter und der Jazz-Musikerin Grace Kelly – ein geglücktes Experiment, das es in dieser Form nur beim Bodenseefestival zu erleben gab. In Tettnang gab es zudem im Rahmen der Sinfonie im Innenhof zum zweiten Mal ein Kinderkonzert mit der Young Artist in Residence Grace Kelly.

Grace Kelly und Band auf Schloss Achberg (Foto: Katja Bode)

Mit dem Jazzsänger Gregory Porter und der Compagnie Paul Taylor’s American Modern Dance waren weltbekannte amerikanische Künstler am Bodensee zu Gast. Das Theaterstück „Alla Fine del Mare“ des Stadttheater Konstanz, das im Rahmen des Bodenseefestivals produziert wurde, begeisterte Kritiker wie Publikum und wird im August bei der Biennale in Venedig gezeigt. Außerdem gastierten die dreimaligen Grammy-Gewinner Snarky Puppy in Friedrichshafen und gaben eine Mischung aus intelligenten Songs, starken Melodien und Heavy Beats zum Besten.

Bei der „Langen Nacht der amerikanischen Literatur“ gaben Molly Antopol, Adam Johnson und Tuvia Tenenbom einen ausgewählten Einblick in die Gegenwartsliteratur der USA. Der amerikakritische Autor Tuvia Tenenbom war auch am 7. Mai bei „Literatur in der Villa Lindenhof“ in Lindau zu sehen.

Auch in der Schweiz fanden wieder Veranstaltungen des Festivals statt, wobei die Konzerte des Signum Quartetts in der Klosterkirche Münsterlingen einen Schwerpunkt bildeten. Aber auch in St. Gallen, Kreuzlingen, Rorschacherberg und Arbon fanden Konzerte im Rahmen des Bodenseefestivals statt.

In Österreich war das Festival wieder durch das Vorarlberger Landeskonservatorium vertreten, das sich mit einem Chor-Orchesterkonzert sowie einem Symposium zur Kulturgeschichte der USA und dem Bodenseeraum am Festival beteiligte.

Für die jüngeren Festivalbesucher gab es zehn Kinderveranstaltungen aus den Bereichen Musik, Theater und Literatur, wie das Theaterstück „Huck Finn“ in Friedrichshafen, das moderierte Kinderkonzert „Ein großes Orchester erzählt…“ mit Grace Kelly in Tettnang sowie der Workshop „Wir entdecken die Orgel“ mit Cameron Carpenter in Weingarten.

In Salem fand auch dieses Jahr wieder das Abschlusskonzert am Pfingstmontag statt. Die preisgekrönte SWR Big Band begeisterte gemeinsam mit Sängerin Fola Dada beim Picknickkonzert im Schlosspark auf Schloss Salem. Das Publikum ließ sich trotz wechselhaften Wetters nicht beirren und war von den Songs der legendären Ella Fitzgerald begeistert.