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Kath. Kirche St. Jodokus

Wer sich der Pfarrkirche St. Jodokus nähert, kann auf den ersten Blick erkennen, dass ein Jahrhunderte alter Turm und ein gotischer Chor mit einem modernen Kirchenbau verbunden sind. Darin spiegelt sich auch die bewegte Geschichte der Pfarrei und ihres Gotteshauses wieder. Ursprünglich verfügte die kleine Gemeinde am See nur über eine kleine Kapelle und gehörte zur etwa drei Wegstunden entfernten Pfarrei Bermatingen, die ihrerseits der Zisterzienserabtei Salem
zugeordnet war. Verständlich der Wunsch der Immenstaader nach einer eigenen Kirche und einem eigenen Pfarrer, wogegen sich die Abtei Salem heftig wehrte. Darum wandten sich die Immenstaader an den Papst. Für sie zuständig war damals (Gegen-) Papst Johannes XXIII., der in Bologna residierte. Dieser errichtete die Pfarrei Immenstaad, nachdem die Gemeinde ihre Kapelle zu einer Kirche umgebaut und einen Friedhof angelegt hatte. Der Prozess beschäftigte sogar das Konstanzer Konzil (1414-1418). 1474 wurde der Grundstein für den bis heute erhaltenen Kirchenturm gelegt. 1487 war der Kirchenbau vollendet. Nach mehreren Umbauten wurde das Kirchenschiff 1980 abgebrochen und durch Architekt Hanns B. Schlichte völlig neu errichtet, wobei der alte Turm und der Chor,- heute als Seitenkapelle, – meisterhaft mit dem neuen Kirchenschiff zu einer Einheit verschmelzen. Der Leitgedanke, aus dem die Architektur der neuen Kirche entwickelt wurde, ist die Vision des Johannes (Apokalypse 21,3): „Seht das Zelt Gottes unter den Menschen. Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und er, Gott, wird bei ihnen sein“. Besondere Sehenswürdigkeiten des harmonischen Innenraumes sind neben dem Hängekreuz aus Holz (um 1525) über dem Zelebrationsaltar die Buntglasfenster (1982) mit Szenen der Schöpfungsgeschichte und das Altarwandgemälde „das himmlische Jerusalem“ (Apokalypse 21) des Kunstmalers Hermann Geyer
(Ulm), sowie kunstvolle Bronze- und Emailarbeiten des Goldschmiedemeister Egon Weinert (Köln).Bedeutend vor allem der von ihm geschaffene Reliquienschrein mit Emailbildern aus dem Leben des Hl. Jodokus.
Im gotischen Chor der Vorgängerkirche steht im neugotischen Hochaltar (1877) eine Madonna mit Jesuskind (um 1470). Daneben sind Holzplastiken des hl. Dominiks und der hl. Katharina von Siena (um 1665) sowie des Bischofs Konrad von Konstanz und des Kirchenpatrons Jodokus (1877) zu sehen. An der Sakristeiwand vor dem Eingang zum Chor sind, gruppiert um ein Ölbild „Krönung Maria“, geschnitzte und bemalte Rosenkranz-Medaillons angebracht aus einem ehemaligen. Rosenkranzaltar (um 1665). Weitere Informationen sind dem Kirchenführer zu entnehmen, der am
Kircheneingang ausliegt.
© Touristinfo Immenstaad