Rückblick zum Bodenseefestival 2016
„Nordlichter“

Unter dem Motto „Nordlichter“ hat das 28. Internationale Bodenseefestival vom 23. April bis zum 16. Mai 2016 stattgefunden. Mit 79 Veranstaltungen an 30 verschiedenen Orten präsentierte das Festival wie auch in den vergangenen Jahren ein üppiges und breitgefächertes Programm.

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„Nordlichter“-Fahnen am Bodenseeufer

Zur Eröffnungsfeier in Friedrichshafen waren besondere Gäste geladen: Unter anderem sprachen die Norwegische Botschafterin Elisabeth Walaas, der Botschaftsrat der königlich Dänischen Botschaft Per Erik Veng sowie Oberbürgermeister Andreas Brand einige Grußworte.

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Elisabeth Walaas, Prof. Dr. Rune Slagstad, Per Erik Veng © Nicole Maskus Tripple

Artist in Residence des 28. Bodenseefestivals war die junge norwegische Trompeterin Tine Thing Helseth. Nachdem sie das Eröffnungskonzert krankheitsbedingt absagen musste, konnte sie die übrigen neun Auftritte absolvieren und stellte dort ihre Vielfältigkeit und ihr Können unter Beweis.

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Tine Thing Helseth mit den Geschäftsführern Winfried Neumann und Bettina Pau © Markus Leser

In Orchesterkonzerten stand Helseth gemeinsam mit der Südwestdeutschen Philharmonie, der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben oder auch dem Stavanger Symfoniorkester auf der Bühne.

Tine Thing Helseth & Stavanger Symfoniorkester © Markus Leser
Tine Thing Helseth & Stavanger Symfoniorkester © Markus Leser

Das Stavanger Symfoniorkester war auch in Weingarten gemeinsam mit Herbert Schuch zu sehen.

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Herbert Schuch u. Christian Vasquez mit dem Stavanger Symfoniorkester in Weingarten

In Tettnang gab es im Rahmen der Sinfonie im Innenhof erstmals ein Kinderkonzert mit einem Artist in Residence beim Bodenseefestival.

Sinfonie im Innenhof Kinderkonzert © Helmut Voith
Sinfonie im Innenhof Kinderkonzert © Helmut Voith

In Ravensburg verbreitete Helseth mit dem unterhaltsamen Programm ihrer Frauen-Brass-Combo tenThing gute Laune.

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tenThing Backstage in Ravensburg © Tine Thing Helseth

Die im letzten Jahr gestartete Veranstaltungsreihe „Alte Mauern – Junge Künstler“ wurde in Überlingen, Pfärrich und Lindau erfolgreich fortgesetzt. Das Programm entstand durch eine Zusammenarbeit mit der Botschaft von Island. Alle drei Konzerte wurden von einem jungen Isländischen Ensemble unterschiedlich gestaltet und boten einen spannenden Einblick in die zeitgenössische Musik dieses Landes.

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Ensemble Skark in der Kröllkapelle, Lindau © Christian Flemming

Als ein neuer Veranstaltungsort konnte in diesem Jahr der Lehenhof im Deggenhausertal gewonnen werden.

Das Theater Konstanz hat passend zum Motto „Nordlichter“ Ibsens Drama „Volksfeind“ in den Spielplan aufgenommen.

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Theater Konstanz, Ein Volksfeind © Ilja Mess

Mit der Compañía Nacional de Danza war außerdem eine international renommierte Ballettkompanie im Festival vertreten. Das Stück Carmen wurde im Graf-Zeppelin-Haus nach der Choreographie des Schweden Johan Inger aufgeführt.

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Compañía Nacional de Danza, Carmen © Helmut Voith

Ein weiteres Highlight in Friedrichshafen stelle die Skandinavische Nacht dar, auf der, neben anderen nordischen Künstlern, Gitte Hænning einen Querschnitt ihrer langjährigen Karriere zum Besten gab.

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Gitte Haenning bei der Skandinavischen Nacht © Roland Rasemann

Auch in der Schweiz fanden wieder Veranstaltungen des Festivals statt, wobei die Konzerte in der Klosterkirche Münsterlingen wieder einen besonderen Schwerpunkt bildeten. Hier waren unter anderem das Casal Quartett und CHAARTS zu Gast. Neben den fünf Konzerten in der Klosterkirche gab es Konzerte in St. Gallen, Kreuzlingen und Arbon. Ergänzt wurden die Konzerte durch einen Filmabend im Kino Romanshorn.

In Österreich war das Festival wieder vor allem durch das Vorarlberger Landeskonservatorium vertreten, das sich mit der Durchführung eines Joik-Seminars am Festival beteiligt hat.

Berit Alette Mienna, Joik Seminar in Feldkirch © Elisabeth Schwind hochkant
Berit Alette Mienna beim Joik Seminar in Feldkirch © Elisabeth Schwind

Auch die Nordische Literatur war mit Abenden in Friedrichshafen, Tettnang, Lindau und auf dem Raddampfer Hohentwiel auf dem Bodensee innerhalb des Festivals vertreten.

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Anne von Canal auf dem Literaturschiff © Helmut Voith

Neben Konzerten gab es in Friedrichshafen, Weingarten, Romanshorn und Tettnang Filmreihen bzw. Filmabende.

Für die jüngeren Festivalbesucher gab es acht Kinderveranstaltungen aus den Bereichen Musik, Theater und Literatur, die im Kinderprogramm des Festivals zusammengefasst waren. Darunter zum Beispiel das Theaterstück „Die Geschichte vom Onkelchen“ oder das Kinderkonzert „Sei frech und will und wunderbar“ mit Geschichten von Astrid Lindgren auf Schloss Achberg.

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Hans-Dieter Beller liest aus „Mama Muh schaukelt“ beim Skandinavisches Kinderfest © Medienhaus am See

In Salem veranstaltete die Festival GmbH ein Konzert mit dem Kammerorchester CHAARTS gemeinsam mit dem Trompeter Giuliano Sommerhalder sowie das Abschlussfest am Pfingstmontag. Hier waren in den Gebäuden des Schlosses verschiedene Ensembles zu erleben. Darüber hinaus gab es ein Kinderkonzert sowie ein Rahmenprogramm für Kinder. Im Rahmen des Abschlussfests war auch die Artist in Residence noch einmal zu erleben – sie zeigte sich zum Ende des Festivals von einer ganz anderen Seite und spielte mit ihrem Jazz-Quintett.

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Tine Thing Helseth Quintet in der Bibliothek von Schloss Salem

Abgerundet wurde das Festival durch zwei Ausstellungen. Im GZH in Friedrichshafen wurde „Our Arctic Future“ gezeigt und im Medienhaus konnten die Krimis und Thriller der skandinavischen Autoren begutachtet werden.