SWR Vokalensemble Stuttgart © Jürgen Altmann

SWR Vokalensemble Stuttgart
Klangräume – Raumklänge

A. Bruckner: Ave Maria | Christus factus est | Locus iste | Os justi | Virga Jesse
C. Ives: Psalm 67 für vierstimmigen Chor a cappella | Psalm 24 für achtstimmigen Chor a cappella
S. Barber: Agnus Dei
H. Villa-Lobos: Bendita sabedoria. Sechs Bibelsprüche für gemischen Chor a cappella
Martin Smolka: Walden, the distiller of Celestial Dews

SWR Vokalensemble Stuttgart | Marcus Creed, Leitung

 

Ein Programm, das Kathedralen zum Klingen bringt und innere Räume öffnet. Den Ausgangspunkt bilden Anton Bruckners Chormotetten, der den alten Meistern die Kunst der vokalen Klangregie abgelauscht hat und sie mit der Harmonik und den Steigerungsmitteln der romantischen Sinfonik verbindet und damit das Tor zur Moderne aufgestoßen hat. Aus größter Einfachheit und Schlichtheit kommend erweitert Bruckner die Klangräume der Chorstimmen bis zu orchestraler Wirkung und führt sie dann auf melodischem und harmonischem Gebiet wieder zurück in die Intimität der engen und tiefen Lage.

Der Amerikaner Charles Ives geht den von Bruckner begonnenen Weg weiter und führt die spätromantische Harmonik ins bitonale, dissonant-schwebende. Ein sehr poetischer und farbenreicher Klangkosmos entsteht, den zu dieser Zeit im fernen Europa niemand zu denken wagte. Kontrast bieten die südamerikanischen Bibelsprüche von Heitor Villa-Lobos und das berühmte Agnus Dei von Samuel Barber, das in seiner instrumentalen Form besser bekannt ist als Adagio for Strings.

Für das SWR Vokalensemble Stuttgart ist es unerheblich, wie alt oder jung die Werke sind, ob sie vor 100 Jahren oder 100 Tagen entstanden sind. Mit der gleichen Sorgfalt und dem ganzen Können arbeitet das Ensemble, bis eine Komposition zu dem wird, was sie sein will: Musik. Jeder einzelne Sänger ist solistisch einsetzbar und stimmlich extrem schnell und flexibel. Instrumentales Singen ohne Vibrato oder großer romantischer Sound, weite Kantilenen, virtuose Läufe und ausdrucksintensive Mischungen zwischen Singen und Sprechen, alles das ist den Sängern aus der Neuen Musik vertraut. Die CD- und Rundfunkaufnahmen des Ensembles gedeihen – bestätigt durch bedeutende Auszeichnungen – immer wieder zu international anerkannten Referenzaufnahmen, die die Chormusik weltweit prägen. So erhielt der Chor z. B. schon vier Mal den ECHO Klassik (auch als Ensemble des Jahres 2014) sowie für die CD „America“ 2014 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Es ist dem renommierten Leiter des Chores Marcus Creed hoch anzurechnen, dass er für das Bodenseefestival speziell ein wunderbares Programm zum Motto „Variations on America“ zusammengestellt hat.

Eintritt: 32/28/24/18 €       

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