Tuvia Tenenbom © Max Zerrahn_Suhrkamp Verlag

Literatur in der Villa Lindenhof

Tuiva Tenenbom: Allein unter Amerikanern
Lesung und Gespräch

Christoph Plate, Moderation und Übersetzung

 

Seit über drei Jahrzehnten lebt Tuvia Tenenbom in New York. Als er sich 2015 für seine neue Großreportage erstmals auf eine Reise quer durch die USA begab, ahnte er nicht, was ihn erwarten würde: „Ich hätte nie gedacht, dass die Vereinigten Staaten so völlig anders sind, als ich immer angenommen hatte. Lange Jahre war ich überzeugt, dass ich sie ziemlich gut kennen würde. Aber ich bin mir da nicht mehr so sicher. Erst jetzt entdecke ich so nach und nach das wahre Amerika, Stück für Stück, Mensch für Mensch, Staat für Staat.“

Tenenbom reiste von Florida bis nach Alaska, von Alabama bis nach Hawaii, vom Deep South und Bible Belt bis an die Großen Seen und die Westküste, sprach mit Politikern und Predigern, mit Evangelikalen, Mormonen und Quäkern, mit Rednecks und Waffennarren, Kriminellen und Gefängnisinsassen, mit Indianern und Countrymusikern, Antisemiten und Zionisten, mit Obdachlosen und Superreichen und vielen, vielen mehr.

Die USA rühmen sich, „das Land der Freien und die Heimat der Tapferen“ zu sein. Das wahre Amerika jedoch, so Tenenboms bestürzende Erkenntnis, ist weder frei noch tapfer, sondern ängstlich darauf bedacht, alle Freiheiten einzuschränken. Es ist in sich zutiefst gespalten, rassistisch und hasserfüllt. „Kann sich die Menschheit auf die USA verlassen? Ich würde es nicht tun.“

In Lindau wird Tuiva Tenenbom im Gespräch mit Christoph Plate von seinen Reiseeindrücken berichten und Passagen aus seinem Buch lesen.

 

Tuvia Tenenbom, 1957 in Tel Aviv geboren, stammt aus einer deutsch-jüdisch-polnischen Familie und lebt seit 1981 in New York. Er studierte u. a. englische Literatur, angewandte Theaterwissenschaften, Mathematik und Computerwissenschaften sowie rabbinische Studien und Islamwissenschaften. Er arbeitet als Journalist, Essayist und Dramatiker und schreibt für zahlreiche Zeitungen in den USA, Europa und Israel, darunter für Die Zeit und The Jewish Daily Forward. 1994 gründete er das Jewish Theater of New York. In der Zeit veröffentlicht Tenenbom zweimal im Monat die Kolumne Fett wie ein Turnschuh. Allein unter Deutschen erschien 2012 und stand monatelang auf der Bestsellerliste.

 

Christoph Plate, geboren 1961 in Höxter, ist stellvertretender Chefredakteur der „Schwäbischen Zeitung“. Bevor er nach Ravensburg kam, arbeitete Plate zehn Jahre als Auslandredakteur bei der „NZZ am Sonntag“ in der Schweiz, von 1993 bis 2001 war er Afrika-Korrespondent für deutsche Medien mit Sitz in Nairobi. Sein Spezialgebiet ist – neben der deutschen Innenpolitik – internationaler Terrorismus.

Eintritt: 14, erm. 9 €        Ticket

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